Seelsorge
Die drei Pfarrer Thorsten Heinrich (Westerburg), Oliver Salzmann (Bad Marienberg) und Uwe Hermann (Rennerod) retten nicht nur Leben in dem sie das Wort Gottes von der Kanzel verkündigen und als Notfallseelsorger für die Menschen da sind, sondern tatkräftig auch als Feuerwehrmänner in der Freiwilligen Feuerwehr. Am längsten dabei ist Pfarrer Thorsten Heinrich: Bei einem Besuch der Feuerwehr am Florianstag vor neun Jahren, wurde er von dem damaligen XXX angeworben. Zunächst tätig als Seelsorger für die Feuerwehrmänner, fing er schließlich Feuer und absolvierte die einjährige Ausbildung. Nun ist er fester Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr in Westerburg und fährt mit, wenn es darum geht Ölspuren auf der Straße zu beseitigen, umgestürzte Bäume zu kappen und nicht zuletzt Brände zu löschen. In Bad Marienberg ist Pfarrer Oliver Salzmann dabei: Als er vor zwei Jahren auf die Pfarrstelle in der Stadt kam, meldete er sich sofort bei den hiesigen Kollegen an. In Hattert hatte er schon drei Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr mitgearbeitet. In seinem Ehrenamt schätzen die Kollegen vor allem seine praktische Erfahrung, wegen seiner Ausbildung als Forstwirt. „Ich hatte seinerzeit einen Vortrag bei der Feuerwehr zum Thema Notfallseelsorge gehalten. Bei den nachfolgenden Gesprächen bekam ich Lust, mitzumachen und habe mich für die Ausbildung angemeldet“, erklärt Pfarrer Salzmann.
Ganz neu in der blauen Uniform ist Pfarrer Uwe Hermann, der erst vor kurzem die Ausbildung absolviert hat und zum Feuerwehrmann in Rennerod ernannt wurde. Zunächst gab es hier kritische Stimmen, aber von Einsatz zu Einsatz konnte er die Zweifler überzeugen. „Ich war am Anfang für die Seelsorge der Feuerwehrmänner zuständig und wollte mir eigentlich nur eine Übung anschauen, um mir ein Bild von der Arbeit zu machen. Als es dann hieß ganz oder gar nicht, habe ich mich dann für den ganzen Weg entschieden“, beschreibt Pfarrer Hermann, dessen Vater ebenfalls in der Freiwilligen Feuerwehr tätig war.
Alle drei schätzen vor allem die körperliche Arbeit als Ausgleich zu ihrem Beruf, der mehr den Kopf als den Körper fordert. Im Januar standen vor allem die Aufräumarbeiten der Schäden in den Wäldern auf dem Einsatzplan, die der Sturm Kyrill im Westerwald angerichtet hatte. Wichtig ist ihnen auch die Übernahme von Verantwortung: „Man kennt die Menschen denen man hilft. Jedes mal wenn der Piper ertönt und wir zum Einsatz fahren, frage ich mich sofort, wer betroffen ist und was wohl gerade passiert. Das schafft noch einmal größere Nähe zu den Menschen seiner Ortschaft, wo man lebt und arbeitet“, sagt Pfarrer Hermann. Ob der Feuerwehrmann oder der Notfallseelsorger benötigt wird, entscheidet der Einsatzleiter dann immer vor Ort. Ein besonderer Bonus für die Einsätze ist die Präsenz der Pfarrer vor Ort. Während die meisten Freiwilligen in einem anderen Ort arbeiten, bleiben die Pfarrer dort und sind so schneller vor Ort. Es sei denn er steht gerade auf der Kirchenkanzel.
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